30.11.2011 19:57 von Schule Emmetten
Male drei weitere Bilder und schreibe dann eine Geschichte dazu…
So etwa lautete die Aufgabe des Weihnachtswettbewerbs 2011 von www.zebis.ch.
Susi, Athalja und Remo der 1.ORS haben diese Aufgabe so gelöst….
Am Vorweihnachtsabend sah der junge Rabe wie eine Schildkröte
an einer Kirchentür mit sich selbst redete. Der Rabe flog zu ihr und
fragte: ,,Was
machst du denn hier?“ Die Schildkröte
drehte sich um und sah den Raben fragend an. Doch statt einer Antwort wies die
Schildkröte ihn ab und ging hastig in
die Kirche, da sie es vermutlich eilig hatte. Der Rabe war darüber gekränkt.
Er
flog ans Fenster und sah wie eine Gruppe von Aliens sang.
Und er sah auch die
Schildkröte, wie sie ein riesiges Mikro hielt und die Band aufnahm. Immer
wieder hörte er das Wort “Weihnachten“. Nach
einer halben Ewigkeit kam das Lied zum letzten Ton. Die Schildkröte war
zufrieden, das sah man gut an ihrer Grimasse. Doch genau als sie gehen wollte,
hielten die Aliens der Band sie auf. „Halt! Du hast noch etwas vergessen!“,
rief der eine blaue, „Dieses Geschenk ist von uns allen. Es wird dir da
draussen sehr nützlich sein. Ach ja, und eine schöne Weihnacht wünschen wir dir
alle.“ Die Schildkröte öffnete es und sie fand ein paar weisse Schlittschuhe. „Oh,
Dankeschön für dieses wunderbare Geschenk!“, rief die Schildkröte fröhlich aus.
Die anderen lachten und sangen weiter fröhliche Lieder, während die Schildkröte
ihre Sachen packte und hinausging.
Draussen
vor der Tür verstand die Schildkröte, was der blaue Alien mit dem Geschenk
meinte. Land und Strasse waren bedeckt mit Eis. Die Schildkröte zog dankbar
ihre neuen Schildschuhe an und glitt davon. Was aber die Schildkröte nicht
bemerkte, war, dass der Rabe ihr folgte.
Der Rabe sah gerade noch, wie die Schildkröte mit dem Umschlag um die Ecke aus dem Dorf verschwand. Mist! , dachte der Rabe grimmig, jetzt habe ich ihn aus den Augen verloren. Er sollte mir doch erklären, was er hier macht! Naja ich hoff, dass ich ihn noch einholen kann. Der Rabe flog Der Schildkröte rasch hinterher und doch fand er sie nicht.
Nach
einer Weile hatte der Rabe genug und flog auf einen Schneemann zu. Er setzte
sich auf einen der beiden Arme des Schneemannes und seufzte.
Die
Sterne leuchteten so klar, dass der Rabe
genau sah, wie nicht weit von ihm entfernt
ein Ufo, ein Flugzeug und ein Kamel standen. Ihm kam dabei die Geschichte der
drei Könige in den Sinn. Doch leider kannte er diese Geschichte nur
flüchtig. Er versuchte sich zu
erinnern, doch was er sich da zusammen reimte war kreuz und quer falsch. „Ich
will doch endlich wissen, was genau Weihnachten ist und was es bedeutet!!!“
krächzte der Rabe laut vor sich hin. Da, langsam bewegte sich plötzlich der
Schneemann. Der Rabe dachte zuerst: Oh
nein, die Erde, sie bebt! Hilfeeeeeeee!
Weil sich der Rabe im Ast verfangen hatte, konnte er nicht wegfliegen. Da musste er zusehen, wie langsam aus dem Schneemann eine Schildkröte wurde. Doch zu seiner Überraschung war es genau die Schildkröte von vorhin. „Ah! Du hast mich erschreckt!“, zischte der Rabe leise. Doch die Schildkröte lachte nur und sagte „ Oh lala, du weisst nicht, was Weihnachten ist? Das ist aber gar nicht gut! Komm, ich erzähle dir eine Geschichte.“ Der Rabe verstand die Welt nicht mehr. Was hatte die da gerade gesagt? Doch der Rabe machte keinen Eindruck zu gehen. Die Schildkröte lachte wieder und sagte: „Jetzt komm schon! Wir haben nicht ewig Zeit!“ Lächelnd flog der Rabe wieder zu der Schildkröte und setzte sich neben sie in den Schnee. „Also, ich erzähle dir jetzt von der Geburt Jesu. Wir sind im Jahr Null. Es war der vierundzwanzigster Dezember, als sich drei Könige namens: Baltasar, Melchior und Caspar auf den Weg nach Betlehem machten. Zum Sohn Gottes.
Dort
nämlich in einem kleinen Stall war ein Kind zur Welt gekommen. Der Name des
Kindes war Jesus und die Eltern hiessen Maria und Josef. Als die Könige bei dem
Stall ankamen, klopften sie an die Stalltür und traten ein. Dort in einer
kleinen Krippe lag ein Junge, eben Jesus. Die Könige verneigten sich würdig vor
ihm und gaben ihm die drei Geschenke,
die jeder für ihn mitgebracht hatten. Das waren Weihrauch, Gold und Myrrhe.
Später dann, als Jesus älter war, ging er in ganz Israel umher und betete für Gott und heilte Menschen. Doch eines Tages musste Jesus für die Menschen sterben, weil wir alle Sünder sind. Er aber hat uns alle davon erlöst und die Sünden auf sich genommen. Seit dem ist auch das Christentum da, musst du wissen. Also noch zum Schluss: Wir feiern Weihnachten, um auch Jesus Geburt zu feiern.“
Als die Schildkröte fertig war, hatte der Rabe riesige Augen. „Und das ist alles wahr???“, fragte er. „Ja, das stimmt. Aber jetzt wieder zurück in unser Jahrhundert, mein kleiner Freund.“ Der Rabe holte tief Luft, noch nie hatte ihn jemand als Freund bezeichnet!
„Weihnachten ist auch das Fest der Freude und des Glückes. Aber weisst du, das grösste Geschenk ist, wenn man jemand anderen beschenkt und ihn damit glücklich macht.“ Der Rabe verstand nicht, was die Schildkröte damit gemeint hatte. „Was wünscht du dir denn eigentlich auf Weihnachten?“, fragte die Schildkröte stattdessen. Der Rabe dachte nach. „ Einen neuen Topf, wünsch ich mir! Mein altes Nest wird diesen Winter nicht mehr standhalten, darum möchte ich einen Topf, so habe ich immer schön warm.“
„Gut, dann werde ich mal gehen. Ich muss noch in die Studios und die Musik bearbeiten, damit sie genau morgen schon im Radio zu hören ist!“, rief die Schildkröte dem Raben zu, als sie sich entfernte und zu ihrem Ufo ging. Der Rabe aber blieb und dachte noch lange darüber nach, was die Schildkröte ihm da gesagt hatte. Was meinte sie damit? Wieso hatte sie ihn das noch am Schluss gefragt?
Der Rabe wusste nicht mehr weiter und ging in den Wald zu seinem Nest, das nicht mehr lange standhalten würde. Das Nest war ganz oben auf der Krone des Baumes. Der Rabe flog hinauf, machte es sich, so gut es ging, gemütlich und schloss die Augen.
Als
er das nächste Mal die Augen wieder öffnete, war es schon wieder hell und er
hörte, wie die Menschen im Dorf lachten und sangen. Das machte ihn neugierig.
Er putzte sich noch schnell heraus, weil er gehört hatte, dass man das an
Weihnachten so machte und machte sich dann bereit zum Starten.
Als er im Dorf
ankam, war er überrascht, wie viele Leute hier versammelt waren. Er sah die
Kinder lachen und herum rennen, die Erwachsenen wie sie fröhlich miteinander
redeten. Der Rabe sah sich um und
erblickte den grossen Tannenbaum mitten auf dem Dorfplatz. Gross war er und
leuchtend. Er flog näher ran und erblickte plötzlich ein Geschenk mit seinem
Namen darauf: Verwundert flog er drauf zu und sah es an. Das Geschenkpapier war
aus schwarzer Seide und die Karte auf
dem zartestem Papier. Der Rabe machte das Geschenk auf und erstarrte
augenblicklich. In diesem Karton war ein riesen Topf! Und dazu noch eine kleine
Grusskarte. Darauf stand:
Lieber Rabe.
Ich bin mir sicher, dass dir mein Geschenk für dich gut gefällt und dass du es sicher brauchen kannst… Ich hoff, du weisst jetzt, was ich damit gemeint habe, mit dem Beschenken und beschenkt werden…
Alles Liebe Die Schildkröte
PS: alles Gute zu Weihnachten J
„Ja, jetzt weiss ich es endlich. Danke Schildkröte!“
Der Rabe war viel zu beschäftigt damit, sein Geschenk zu betrachten. So hörte er nicht, wie hinter ihm noch im Radio das Lied von gestern abgespielt wurde und noch einGruss von der Schildkröte zu hören war.
Illustrationen, entworfen von Rebecca Hug,
weitere Bilder Susi, Text Athalja und Remo, 1.ORS